Scipio Verlag
 

 

Sie haben ihn schließlich doch erwischt!
Oder: Der Mann, der das „schwarze Reich“ verriet

 

 

von Hansjoachim Bernt

   

 

 

Es gibt wenige Menschen, denen es gelingt, ein Standardwerk zu erschaffen, das über Jahrzehnte hinweg vielen an bestimmten Themenkreisen interessierten Menschen erstmals einen tieferen Einblick in die verborgenen Mechanismen der Welt gewährt. Die Rede ist von Geheimgesellschaften, Verschwörungen und Eliten, von Chaos und Ordnung, von Staatsterrorismus und "mündigen Bürgern", die gelegentlich wie Sklaven ohne Ketten wirken. Die Rede ist von "Das schwarze Reich" und E. R. Carmin, dem Autor, dessen wahre Identität aufzudecken, bisher niemandem gelungen ist. (Nein, wenn auch häufig kolportiert, so ist dennoch Ralph Tegtmeier nicht identisch mit Carmin.)

Obwohl bereits Anfang der siebziger Jahre Ravenscrofts Die heilige Lanze und Gary Allens "Die Insider" erschienen und schließlich hundertausendfache Verbreitung fanden, transferierten die Anfang der neunziger Jahre erschienenen "Geheimgesellschaften" von Jan van Helsing und "Das schwarze Reich" von E. R. Carmin das Thema Weltverschwörung in "die Moderne". Im Gegensatz zu van Helsing hatte Carmins Buch nie den Nachteil einer Beschlagnahmung zu erleiden und wurde immer wieder nachgedruckt. Es bleibt nicht aus, dass in einem Sachbuch von knapp 900 Seiten auch Fehler enthalten sind, was die generelle inhaltliche Bedeutung des Werkes in keiner Weise herabsenkt. Aber woher schöpft Carmin sein bemerkenswert kenntnisreiches Wissen um Vorgänge, die doch eigentlich als geheim gelten?

Wenn jemand bereits als junger Mann auserkoren wird, behutsam hineinzugleiten in die Fänge von etwas unvorstellbar Großem, das zu Beginn in seiner ganzen Tragweite nicht erkennbar ist, wächst man in einer ganz natürlichen Weise in seine Aufgaben hinein - so wie in jeden Beruf . Komplexer werdende Aufgaben, all die vielen nun immer unvermeidbarer werdenden Einblicke in delikate Details, lassen schließlich erkennen, womit man es wirklich zu tun hat. (Hören Sie das höhnische Lachen von Mr. R. und Mr. R. und Mr. W.?) "Dann ist es zu spät, sich noch davonzumachen", vermittelt uns dieses Lachen, "abgesehen davon ist es eine Sache reiner Vernunft, auf unserer Seite zu stehen!". Und dennoch geschieht es manchmal, dass ein Agent einer ganz bestimmten Firma zum Abtrünnigen wird.

Carmin schildert nicht nur im "schwarzen Reich", sondern explizit auch in Fünf Minuten vor Orwell, wie neue "Kandidaten" eingeführt werden in die Zirkel, die viel mehr bedeuten als den Anschein, den sie sich sehr geschickt und erfolgreich zu geben verstehen: Ich denke da beispielsweise an einen gewissen Österreicher, dessen Beschreibung (in "Fünf Minuten vor Orwell") einem heutigen Spitzenpolitiker entspricht, und eine bestimmte Anspielung, die vielleicht nur ein Österreicher - ein Bekannter von mir - versteht, offenbart zweifelsohne, dass es sich um die vermutete Person handelt. Alltagsgeschäft der Präsidentenmacher, Kanzlermacher, Klima-Aktivisten-Macher, Corona- und AIDS-Konstrukteure und vielem mehr ist es, ständig Kandidaten in der Pipeline zu haben.

Man kann es nur schätzen, es müssen mindestens Hunderte von Personen sein, unterschiedlicher Abstammung, Rasse, Hautfarbe, Bildung, politischer oder sexueller Ausrichtung - die sexuelle ist viel wichtiger als die politische, denn nicht jeder verfügt über so etwas wie politische Ansichten, weil er dazu zu dumm oder einfach nur kriminell ist; neuerdings ist - und das erkennt jeder, der geistig noch klar denken kann - in aller Öffentlichkeit, täglich und rund um die Uhr, ein neuer Typus zu beobachten: der maßlos Dumme, der meint, er verfüge über politische Ambitionen, sei irgendwie sogar gescheit und gehöre deshalb in höchste Staatsämter - ein Menschenschlag, der vielleicht (wenn man die Angelegenheit einfach einmal positiv sehen will) die Endversion des perfekten Kandidaten darstellt. Es geht um nicht weniger, als für jeden aktuellen und jeden zukünftig potenziell opportunen Schachzug die geeignete Karte ziehen zu können, sprich: einen Kandidaten zu aktivieren und in das große internationale Betrugsspiel hineinzunehmen (ich glaube, das ist das passendste Wort dafür). Hält man Kandidaten für hinreichend viele Optionen bereit, so bestimmt man die Realität, man erschafft sie geradezu. Und es ist egal, wie irre oder abwegig ein möglicher Einsatz eines Kandidaten im Vorfeld erscheint: Niemand weiß ganz exakt, welche Politmuster, Angstmache, falsche Versprechen, verlogene Verheißungen, welche Doofen oder Verschlagenen oder Berufskriminellen in fünf oder in zwanzig Jahren genau in die dann aktuelle Szenerie passen, ja, man ist optimalerweise in der Lage, die Spitzen (und besonders die zweiten Reihen!) sogar verfeindeter Lager zu stellen. Es ist komplett egal, wer regiert, wer gewählt wird, wie stark eine Opposition wird, das immer wieder einmalmal unterschwellig von Teilen der Bevölkerung Merkwürdigkeiten in der Politik wahrgenommen werden: Die Firma ist immer ganz vorne im Spiel dabei, denn sie ist der eigentliche Spielmacher!

All das hat Carmin verstanden - und es (soweit es möglich war) offengelegt. Nur ein Insider war dazu in der Lage, nur einer, der als Agent das Spiel der Spiele mit am Laufen gehalten hat, weil das sein Job war.

Aber, und das ist sicher nicht ganz neu, die allermeisten, die ausscheren und sogar noch publizistisch Hinweise geben, werden identifiziert. Ich bleibe, was die Person Carmins angeht, bewusst weiter vage und formuliere es deshalb wie folgt: Eines frühen Morgens 2019 oder 2020, irgendwo in diesem Zeitraum, macht sich ein erfahrener Bergsteiger auf der Insel seiner Wahl auf den Weg für einen Ausflug. Seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

 

 

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